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FbZw mit Mantelzeichnung

Seit der 26. Bundeskaninchenschau Stuttgart 2003 gehören die gescheckten Farbenzwerge mit Mantelzeichnung zum festen Inventar der Abteilung Neuzüchtungen. Ihr erstes offizielles Auftreten reicht zurück ins Jahr 2000. Sie wurden seitdem zu einer anerkennungsfähigen Kaninchenrasse entwickelt; sie werden zurzeit in allerdings nur noch drei zugelassenen Farbenschlägen, 13 Landesverbänden und insgesamt 72 Zuchten gezüchtet.

Dass inzwischen nur noch drei Farbenschläge zugelassen sind, hat folgenden Grund: Die thüringerfarbig-weißen Farbenzwerge wurden anlässlich der Sitzung der ZDRK-Standard-Fachkommission am 27. Januar 2011 aus der Zulassungsliste gestrichen, weil in den letzten Jahren weder die Zuchtmeldungen (2009 nur eine Zucht in der Bestandserfassung), noch die Ausstellungsaktivitäten auf BS bzw. BRS (kein Tier in Karlsruhe und nur zwei Tiere in Rheinberg) minimalen Anforderungen an eine geregelte Zucht genügten. Die wildfarben-weißen (12) sind weiterhin recht schwach verbreitet und müssen in der Galgenfrist bis Dezember 2013 deutlich nachlegen, wenn sie nicht das Schicksal der thüringerfarbig-weißen teilen wollen. Die Farbenschläge Schwarz-weiß (34) und Blau-weiß (26) sind demgegenüber gut vertreten und haben nachweislich bereits eine erstaunliche Verbreitung erreicht - zu den Konsequenzen später.

Zurzeit (April 2011) gibt es Bestrebungen, den havannafarbig-weißen Farbenschlag als weitere Neuzüchtung zuzulassen; es ist davon auszugehen, dass bis zur Sitzung der Fachkommission in Bad Lauterberg im Juni 2011 die Zulassungsbedingungen erfüllt sein werden: fünf Züchter, seit fünf Jahren erfolgreich züchtend und ausstellend im ZDRK organisiert, aus mindestens drei Landesverbänden.
  
Gleichzeitig gibt es einen Antrag auf Wiederaufnahme des thüringerfarbig-weißen Farbenschlags.

So traurig ich den Streichungsbeschluss für den engagierten Züchter Heiko Findt finde, so unausweichlich war die Entscheidung auch nach meiner Meinung. Seine Mitstreiter hatten ihn wortwörtlich im Stich gelassen. Und im Nachhinein alles revidieren zu wollen, erinnert fatal an den Ausspruch von Gorbatschow: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“ Im Rechtswesen gibt es die Wiederaufnahme eines Verfahrens nur bei schwerwiegenden Verstößen gegen Rechtsgrundlagen und bei schweren Verfahrensfehlern. Beides kann man der Fachkommission nun wirklich nicht vorwerfen. Warnungen waren über die Jahre hinweg deutlich genug ausgesprochen worden, und die Bestimmungen der AAB §4 sind klar und deutlich und hätten schon eher angewendet werden können: Neuzüchtungen, die von der Standardkommission zugelassen wurden, sowie Rassen und Farbenschläge, die von der Standardkommission anerkannt und neu in den Standard aufgenommen wurden, können aberkannt werden und ihre Zulassung zu den Ausstellungen verlieren, sofern nach einer Dauer von fünf Jahren keine weitere Verbreitung festgestellt wurde bzw. falls diese Tiere auf Ausstellungen nicht entsprechend vorgestellt wurden…

Farbenzwerge, mantelgescheckt oder Mecklenburger Zwergschecken?

Der Start der mantelgezeichneten Farbenzwerge war nicht ein Selbstläufer, wie ein kurzer Blick auf die Zuchtgeschichte zeigt: Der erste Niederschlag dieser Zeichnungsvariante der Farbenzwerge in den Unterlagen der Standard-Fachkommission des ZDRK findet sich mit der heute noch gültigen Bezeichnung „Farbenzwerge mit Mantelzeichnung“ im Bericht von der Sitzung in Konstanz (Juni 2000). Die Züchterfreunde Thomas Künzel und Sebastian Scharf aus Tannenberg in Sachsen hatten einen Antrag auf Genehmigung dieser Neuzüchtung gestellt, wobei ihnen die Bezeichnung als „Mecklenburger Zwergschecken“ vorschwebte. Das Urteil der Kommission war seinerzeit niederschmetternd. Der einstimmige Ablehnungsbeschluss erfolgte mit der Begründung, dass wir es mit „zwei Letalfaktoren“ (d.h. Erbanlagen für reduzierte Vitalität) zu tun haben, „a) der Zwergwüchsigkeit (Verzwergungen) und b) dem Scheckungsfaktor.“

Aus dem gleichen Grunde war bereits die Anhebung des Normalgewichts der vormaligen „Farbenzwerge, gescheckt“ - d.h. Farbenzwerge mit Punktscheckung und dem Zeichnungsbild der Kleinschecken - auf ein Normalgewicht von 1400 bis 1800 Gramm und deren Umbenennung in Zwergschecken beschlossen worden. Eine entsprechende Musterbeschreibung und Züchtungsanweisung für diese Neuzüchtung und spätere Scheckenrasse wurde auf der gleichen Sitzung verabschiedet. Somit war bei dieser Züchtung nunmehr aufgrund des Gewichtsrahmens, d.h. aufgrund der Festlegung auf eine Körpermasse oberhalb des semidominanten DW-Faktors der Schritt von einem Farbenschlag der Farbenzwerge zu einer neuen Rasse erfolgt. Der sogenannte Zwergenfaktor (DW) bringt bekanntlich bei stärkerer Reduzierung des Normalgewichts Kümmerlinge hervor. Um diese zu vermeiden, gilt ja auch die Zuchtempfehlung, dass Typenzwerge, die im unteren Bereich des Normalgewichts liegen (sinnvollerweise 1.0), tunlichst mit sogenannten „Großzwergen“ verpaart werden sollen, d.h. oberhalb des Normalgewichts bis etwa am Höchstgewicht.

Mit der Umwidmung der punktgescheckten Variante waren Farbenzwerge mit wie auch immer gearteter Scheckung erst einmal vom Tisch. Zwischen Juni 2000 und Juni 2002 findet sich nur eine registrierte Züchtungsgenehmigung, und zwar für den Farbenschlag „Farbenzwerge gescheckt /schw.-w“ für den Züchter Friedrich Adanowsky aus Leipzig (Januar 2001). Ich bin fast sicher, dass es sich hierbei wohl noch um die ursprünglich als Farbenzwerge bezeichneten Zwergschecken, d.h. um Punktschecken gehandelt hat. Jedenfalls finden wir im Juni 2002 unter der Überschrift „Antrag für eine Neuzüchtung – Mecklenburger Zwergschecken thüringerfarbig/weiß und grau/weiß“ die Nachricht, dass die gleichen Züchterfreunde aus Sachsen nicht nur einen erneuten Antrag gestellt hatten, hier für die in der Überschrift genannten Farbenschläge, sondern auch schon Fotos von Zucht- und Nachzuchttieren vorlegen konnten, die bereits tätowiert waren. Dies hatte natürlich Nachforschungen hinsichtlich der Kennzeichnungsgenehmigung zur Folge, denn eine Züchtungsgenehmigung war ja von der ZD(R)K-Standardkommission nicht beschlossen worden. Aber hätte man das Rad wieder zurückdrehen sollen?
 
Wann genau die offizielle Zulassung für die ersten Farbenschläge der Farben-zwerge mit Mantelzeichnung beschlossen wurde, kann in den Unterlagen nicht mehr ausfindig gemacht werden, fest steht aber, dass letztendlich die Erkenntnis eine Rolle gespielt hat, dass bei der mantelgezeichneten Variante der Scheckungsfaktor nicht so stark ausgeprägt ist wie bei den Punktschecken, so dass sogenannte „Chaplins“ in den Würfen praktisch nicht vorkommen. Außerdem darf man davon ausgehen, dass die erfahrenen Zwergkaninchenzüchter bei derartigen Farbenschlägen die vorstehend beschriebene Zuchtempfehlung konsequent anwenden, kleinere typische Rammler mit sogenannten „Großzwerg-Häsinnen“ verpaaren, weil diese große Würfe bringen und damit die Auswahlmöglichkeiten vergrößern, weil auch hier zu 50% Typenzwerge fallen und weil sogenannte „Kümmerlinge“, wie gesagt, eigentlich nicht vorkommen. Somit waren die tierschutzrechtlichen Bedenken ausgeräumt, die noch 2000 zur Ablehnung geführt hatten.

Eine Anmerkung zur Namensgebung: Die Bezeichnung als „Mecklenburger Zwergschecken“ war nicht mehrheitsfähig, weil die Mantelzeichnung älter als die Rasse Mecklenburger Schecken ist, weil man sonst ja u.a. auch bei den DW, den DKlW und den ZwW vom „Mecklenburger Widdern“ sprechen müsste und weil als entscheidende Typmerkmale jene der Farbenzwerge angestrebt wurden, also ein Farbenschlag der Farbenzwerge.

Wie dem auch sei, fest steht, dass zwischen Juni und Herbst 2003 elf Anträge auf Züchtung von Farbenzwergen mit Mantelzeichnung genehmigt wurden, wobei der offizielle Beschluss zur Zulassung der Farbenschläge blau-weiß und wild-/hasengrau-weiß (mittlerweile „wildfarben-weiß“) wiederum dokumentiert ist. Er erfolgte erst am 12. Dezember 2003. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits die schwarz-weißen mit offiziell registrierter Züchtungsgenehmigung in Arbeit. Die sieben Häsinnen und der eine Rammler aus der Zucht des Züchterfreundes Peter Rolfes waren auf der eingangs erwähnten Stuttgarter Bundesschau bewertet worden. Sie hatten gleich beim Start mit sechsmal sg und zweimal gt (6/2) für Furore gesorgt.

Stärken und Schwächen der Farbenschläge

Die Standardkommission wird nicht müde zu betonen, dass eine förderliche Qualitätsentwicklung nur auf der Grundlage einer gesunden, d.h. breiten Zuchtbasis möglich ist. Darum sind die diesbezüglichen Anforderungen für den Schritt von der Neuzüchtung zur anerkannten Rasse vor einigen Jahren präzise festgelegt worden.

Der schwarz-weiße Farbenschlag der mantelgescheckten Farbenzwerge bestätigt den dargestellten Zusammenhang, denn er ist hinsichtlich der Verbreitung (34 registrierte Zuchten in 13 LV) und der Qualität am weitesten entwickelt. Der Größenrahmen, der walzenförmige Rumpf und der typische Kopf mit rassetypischer Ohrenlänge und -haltung sind teilweise weiter entwickelt als bei einigen anderen Farbenschlägen der Farbenzwerge. Natürlich kommen auch noch eckige Hinterpartien und gelegentlich etwas lange Ohren mit schwacher Gewebestruktur vor. Aber die Fellhaarstruktur ist in den meisten Zuchten, die zuletzt auf den Bundesschauen vertreten waren, bereits vorzüglich entwickelt. Das Hauptproblem bei den schwarz-weißen wie bei den anderen gescheckten Farbenschlägen ist und bleibt die Mantelzeichnung. Es ist eben ein besonderer Glücksfall, wenn sich ein Nachzuchttier mit perfekter Zeichnung einstellt. Warum sollte es anders sein als bei den „großen“ Mecklenburgern? Farbflecken im Brust- und Vorderfußbereich, weiße Flecken oder Einläufer im Schnauzbereich, fehlender Stirnfleck oder Einläufer in die Mantelzeichnung werden ständige Zuchtbegleiter sein und nie ganz vermieden werden können. Hinsichtlich der „teilweise gefärbten Unterlippen“ hat die DPV-Schulung in Templin hoffentlich für Klarheit gesorgt. Die Musterbeschreibung wurde um folgenden Hinweis ergänzt:   

Auch bei der Farbreinheit gibt es noch Arbeit zur züchterischen Verdrängung andersfarbiger Durchsetzung. Es bleibt also noch einiges zu tun. Dennoch ist es als ordentliche Leistung zu vermelden, dass keines der 28 in Karlsruhe ausgestellten Exemplare ausgeschlossen werden musste.

Die blau-weißen Farbenzwerge, obwohl in vielen Zuchten gleichzeitig mit den schwarz-weißen in der Entwicklung, mussten letztgenannten bis Rheinberg eindeutig den Vortritt lassen. Zeichnungsmängel und Farbunreinheiten kamen hier einfach noch häufiger vor. Dafür ist aber das Fellhaar weiterhin hinsichtlich Länge, Struktur und Dichte nicht weniger gut entwickelt als bei den schwarz-weißen. Dieser Rückstand wurde bis Rheinberg fast gänzlich aufgeholt. Dazu nachfolgend.

Die wildfarben-weißen Fbzw haben als Kandidaten für die Abteilung IV noch einen weiten Weg vor sich (s.o.). Da hilft nur ein Hinweis: Es gibt viel zu tun: Packen wir’s an.

 

Auf dem Wege zur Anerkennung

Die Standard-Fachkommission der ZDRK hat sich in Rheinberg darauf verständigt, die schwarz-weißen und die blau-weißen Mantelschecken in Zwergform gemeinsam zu betrachten, denn für einen großen Teil der betreffenden Zuchten wurde die Züchtungsgenehmigung für beide Farben beantragt und genehmigt. Nimmt man diese zusammen, dann darf man feststellen, dass ihre Qualität nicht relevant hinter dem Zuchtstand mancher anderen Zwergrasse rangiert. Gemeint sind z.B. die Farbenzwerge mit Holländerzeichnung oder auch die roten Zwergsatin, die im Moment noch als Neuzüchtung geführt werden und ab dem 1. Oktober 2011 in der Allgemeinen Abteilung nach Punkten bewertet werden. Bei den Zahlen der Zuchttierbestandserfassungen 2008 und 2009 liegen die schwarz-weißen und blau-weißen „Mini-Mantelschecken“ in der Addition nicht hinter den Zwergen mit Satinhaarstruktur, sondern zwischenzeitlich sogar davor. Die Frage der Anerkennung kam nach der Bundesrammlerschau in Rheinberg auf den Prüfstand, daher hier zunächst die Feststellung des Zuchtstands durch die Kommission, wie sie im Bericht über die Neuzüchtungen festgehalten wurde:

Aus dem offiziellen Bericht

Die blau-weiß und die schwarz-weiß gescheckten Farbenzwerge mit Mantelzeichnung unterziehen wir einer gemeinsamen Analyse, denn sie stammten fast allesamt aus den gleichen Zuchten; außerdem haben die blau-weißen inzwischen den Zuchtstand der schwarz-weißen erreicht. Von den 67 gemeldeten Tieren fehlten nur 4, so dass 36 Rammler und 27 Häsinnen (blau-weiß 18.12; schwarz-weiß 18.15) in die Wertung kamen. Dabei erhielten stolze 37 Vertreter dieser Farbenschläge eine Bewertung mit sg, weitere 13 landeten bei „gut“. Sieben „Blaue“ und 5 „Schwarze“ erzielten mit sg 8/6 fast das optimale Ergebnis. Die Ausgeglichenheit im Zuchtstand zeigte sich auch beim Vergleich der einzelnen Positionen; Vorzüge und Mängel waren auch hier gleichmäßig verteilt und von den beiden Richtern mit fast identischen Bemerkungen kommentiert worden. Schon beim Gang durch die Gehegereihen fiel auf, dass der Rassetyp konstant verbessert und vereinheitlicht worden ist. So erhielten 25 Zuchtexemplare uneingeschränkt positive Erwähnungen zu Stand, Form, Bau und Typ; bei weiteren 46 wurde die Kopfbildung positiv herausgestellt. Natürlich gibt es dennoch erkennbaren Verbesserungsbedarf: Vorstehende Schenkel oder Hüftbeine führten in immerhin 24 Fällen zu einem Patt in Position 2, während etwas lange, dünne oder faltige Ohren bei 22 Tieren das Plus in der Kopfbildung relativierten, aber nur fünfmal wurde schwache Kopfbildung bemängelt. Die Länge und Struktur des Fellhaars erhielten in 51 Fällen positive Wertungen, jedoch führte auch hier die Kritik an noch nicht hinreichender Dichte in 30 Fällen zum Patt. Die schwierig zu erfüllenden Anforderungen an die Zeichnung wurden von je 12 „Blauen“ und „Schwarzen“ (fast) perfekt erfüllt, was zu sg in Position 5 führte, aber in exakt genau so vielen Fällen mussten jeweils Kritiken verbucht werden. Gravierende Zeichnungsfehler wie überwiegend mit Zeichnungsflecken bedeckte Brustpartien, starke Einläufer im Schnauz- und Mantelbereich oder der Nasenfleck führten in nur 5 Fällen zum Ausschluss. Solche Tiere lässt man besser zu Hause. Die Farbreinheit ist erkennbar verbessert worden, denn immerhin die Hälfte der Tiere wurde positiv eingestuft. Etwas matte Deckfarbe, vornehmlich bei den „Blauen“, sowie leicht durchsetzte Deckfarbe oder melierte Schnauzpartien wiesen in immerhin 22 Fällen auf die Notwendigkeit züchterischer Bearbeitung hin. Unterm Strich bleibt aber der absolut positive Eindruck vom erreichten Zuchtstand. Außerdem darf eine gesunde Verbreitung mit mittlerweile 60 registrierten Zuchten in 13 Landesverbänden sowie 616 erfassten Zuchttieren aus 20 Zuchten im Rahmen der Bestandserfassung 2009 festgestellt werden.

Der Beschluss

Somit kam der Beschluss der Fachkommission nicht überraschend, die blau-weiß und die schwarz-weiß gescheckten Farbenzwerge mit Mantel-zeichnung anzuerkennen und zum 1. Oktober 2012 in den Rassenstandard aufzunehmen.

Wer an diesem Farbenschlag interessiert ist, der tut gut daran, sich an Familie Rolfes und ihren Freunden vom I 144 zu orientieren. Der Berichterstatter weiß, dass die Nachricht von der Anerkennung zum Ende des nächsten vollständigen Zuchtjahres bei Familie Rolfes in Kroge große Freude auslösen wird, da sie sich über all die Jahre mit großem Einsatz um die Verbesserung und Verbreitung dieser Farbenschläge verdient gemacht hat, eine Freude, die bei Helene Rolfes zu Recht gepaart ist mit dem Stolz für eine ZDRKM, errungen in Rheinberg mit dem besten Tier, einer mit sg 8/6 bewerteten blau-weißen Häsin.
 
Eine Bereicherung der Rassenpalette

Die Frage, ob die gescheckten Farbenzwerge eine Bereicherung der Palette der 396 Rassen und Farbenschläge darstellen, hat die ZDRK-Fachkommission indirekt schon 2003 beantwortet, denn eine beantragte Neuzüchtung hat nur dann eine Zulassungschance, wenn diese grundsätzliche Vorfrage positiv beantwortet wurde. Und der Zulassungsbeschluss wurde seinerzeit einstimmig gefasst.

Die Frage der Nachhaltigkeit stellt sich allerdings bei der Entscheidung über die Anerkennung als Rasse/Farbenschlag und damit über die Aufnahme in den Rassekaninchenstandard aufs Neue und mit weiterreichender Konsequenz. In diesem Zusammenhang darf nicht verschwiegen werden, dass die vorliegenden Rückmeldungen bekannter und engagierter Züchter von einigen Farbenschlägen der gescheckten Farbenzwerge sehr unterschiedlich sind. Einige beantragten voller Euphorie die Züchtungsgenehmigung, begannen begeistert mit der Zucht und warfen nach wenigen Jahren wieder das Handtuch, weil ihnen der Züchtungsaufwand zu hoch erschien, um eine befriedigende Anzahl ausstellungsfähiger Tiere anmelden zu können. Dieses Problem ist nicht gänzlich neu. Es betrifft aber auch eine ganze Reihe von Farbenschlägen, die seit einer geraumen Zeit bereits anerkannt sind, z.B. marder- und siamesenfarbige Farbenzwerge. Besonders betroffen sind Farbenzwerge mit Holländerzeichnung. Bei den Mantelschecken gibt es aber auch einen Stamm fleißiger und unbeirrbarer Züchter, die mit der gleichen Begeisterung wie zum Beginn weitergemacht haben, auf den Landes- und Bundesschauen regelmäßig vertreten waren und den Nachweis erbrachten, dass es beständig aufwärts geht.
Nach dem gegenwärtigen Zuchtstand ist natürlich das Faktum nicht zu leugnen, dass eine große Anzahl von Nachzuchttieren herangezogen werden muss, um eine Zuchtgruppe einigermaßen standardgemäßer Tiere eines Farbenschlags ausstellen zu können, und dass dies in aller Regel eine Zuchtgruppe 3 sein wird. Hier liegen die Konstellationen nicht viel anders als bei den bereits erwähnten holländerfarbigen Farbenzwergen, die seit ca. 14 Jahren anerkannt sind. Man darf auch nicht unerwähnt lassen, dass die mantelgescheckten Farbenzwerge von ihrem „Outfit“ her ebenso begeistern wie die mit Holländerzeichnung und dass sie von ihrem Zuchtstand her in aller Regel dem Rumpftyp des Farbenzwergs bereits zu einem höheren Prozentsatz entsprechen als die „Holländerzwerge“, zumindest in der schwarz-weiß und in der blau-weiß gescheckten Variante. Hinzu kommt, dass die Farbenzwerge dieser Richtungen, seien es die mit Holländerzeichnung oder die mit Mantelzeichnung, im Kreis der Heimtierliebhaber einen reißenden Absatz finden, so dass das Problem der vorzeitigen Merzung keine Rolle spielt.

Hand aufs Herz. Wer bei einer fachlichen „Begehung“, sei es mit Entscheidungsträgern oder mit gleichgesinnten Zwergkaninchenzüchtern vor dem Gehege eines fast perfekt gezeichneten Farbenzwergs mit Mantelzeichnung steht, der kann nur bestätigen, dass es sich hier um eine wirkliche Bereicherung unserer reichhaltigen Angebotspalette handelt. Nach der nunmehr beschlossenen Anerkennung ist nur zu hoffen, dass diese reizvolle Zeichnungsvariante hilft, den einen oder anderen Interessenten zu motivieren, mit der Rassekaninchenzucht anzufangen.

Der gleiche Hintergedanke, nämlich neue Mitglieder aus dem Potenzial der Kaninchen-Liebhaber an die Rassekaninchenzucht heranzuführen, war auch eines der Argumente für die Zulassung der rhönfarbigen Löwenköpfchen als neue Neuzüchtung.

Mittlerweile sind bereits 8 Züchter aus 5 Landesverbänden bei den „Löwchen“ am Ball, die von ihrem Outfit her wie die Genter Bartkaninchen allerdings als Haarstrukturrasse einzustufen sind und deren Normalgewicht und Typ eher dem der Zwergschecken entspricht. Die AG der Zwergkaninchenzüchter hat sich bereits für die nächste Fachtagung 2012 auf die neue Situation eingestellt. Sie sollte sich hier die Butter nicht vom Brot nehmen lassen und diese neue Rasse integrieren, sobald die Anerkennung erreicht sein wird, denn die LKs gehören nach meiner Meinung weder in die Fuchskaninchen-Clubs, noch zu den Angoras, noch sind sie einer bisher definierten Abteilung oder Zuchtgruppenklasse eindeutig zuzuordnen, zumal sie über die fellhaarspezifischen Rassemerkmale hinaus auf dem Rücken normalhaarig sind.

Walter Hornung

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